Hinweis:

Leider mache ich keine Beratung mehr, da ich in den Ruhestand gegangen bin!

Information zur Laktationsberatung

Bei folgenden Fragen kann eine Laktationsberatung sinnvoll sein:


Was kann ich tun, wenn mein Kind
  • zu früh geboren wurde
  • nicht genügend zunimmt
  • gesundheitliche Probleme hat, die das Stillen beeinträchtigen
  • die Brust verweigert
  • die Brustwarze nicht ansaugen kann
  • nur mit Stillhütchen trinken kann
  • nur an einer Brust trinken will
  • sehr häufig trinken will
  • sehr schläfrig ist
  • unruhig ist und viel weint
  • wieder an die Brust zurückgebracht werden soll, wenn es mit der Flasche (auch teilweise) ernährt wird
  • mit fester Nahrung beginnen soll
  • abgestillt werden soll
Was kann ich tun bei
  • wunden Brustwarzen
  • häufigen Milchstaus oder Brustentzündungen
  • zu wenig Milch
  • zu viel Milch
Wie kann ich
  • meine Brust so schonend wie möglich behandeln
  • mich in der Stillzeit optimal ernähren
  • effektiv Milch mit oder ohne Pumpe gewinnen, beispielsweise wenn:
    • mein Kind zu früh geboren wurde oder krank ist
    • mein Kind nicht selbst trinken kann
    • ich Milch brauche, weil ich kurzzeitig nicht für das Kind zur Verfügung stehe
  • die Benutzung einer Milchpumpe wieder überflüssig machen
  • Stillen und Arbeiten miteinander vereinbaren
  • wieder Milch bekommen (wenn etwa mein Kind schon abgestillt ist und allergisch auf Fremdnahrung reagiert)
  • stillen, wenn ich selbst krank oder chronisch krank bin
  • Mehrlinge stillen
  • es schaffen, mein Adoptivkind zu stillen
  • Hilfe bekommen, wenn mich die gesamte Situation überfordert
  • sicherer werden im Umgang mit den Bedürfnissen meines Kindes und dem Stillen
  • brustschonend, sanft und auf natürliche Weise (ohne Medikamente) abstillen

Eine Beratung wird sich lohnen, weil eine längere Stillzeit sich positiv auf die körperliche und seelische Gesundheit von Kind und Mutter auswirkt. Sie kann für beide auch als Gesundheitsvorsorge für das ganze weitere Leben betrachtet werden.

Beratung während der Schwangerschaft


Es kann sich sehr positiv auf den Stillerfolg auswirken, wenn schon während der Schwangerschaft eine Beratung in Anspruch genommen wird,
  • um sich umfassend auf die Stillzeit vorzubereiten (ähnlich wie eine Geburtsvorbereitung),
  • um die körperlichen Voraussetzungen abzuklären (z.B. spezielle Brust- oder Warzenformen, vorangegangene Brustoperationen),
  • wenn es bei einem vorherigen Kind Schwierigkeiten gegeben hat oder
  • wenn aus anderen Gründen Schwierigkeiten zu erwarten sind (z.B. bei Fehlbildungen des Kindes, Mehrlingen.....usw.)
Besonders empfohlen wird eine Beratung schon während der Schwangerschaft, wenn die werdende Mutter
  • nicht an einen Geburtsvorbereitungskurs teilnehmen wird,
  • ein hohes Risiko für eine Frühgeburt hat,
  • unter einer chronischen Erkrankung leidet (z.B.: Diabetes, Schilddrüsenerkrankung, HIV.......usw.),
  • weiß, dass in der Familiengeschichte Allergien vorkommen,
  • eine Brustoperationen hinter sich hat,
  • bereits weiß, dass sie ungewöhnliche Brust- oder Mamillenformen (Brustwarzenformen) hat,
  • bald nach der Geburt des Kindes wieder berufstätig sein will,
  • wegen irgend eines individuellen Zustandes unsicher ist oder noch nicht weiß, ob sie stillen will,
  • ein Teenager ist,
  • magersüchtig ist oder Essstörungen hat oder
  • während der Schwangerschaft noch ihr vorhergehendes Kind stillt.

Gesundheitsfördernde Wirkungen des Stillens für Mutter und Kind


Gemäß der US-Amerikanischen „Wisconsin Breastfeeding Coalition“ (siehe: ‚Wellness Promotion Through Breastfeeding Support’, Position Statement 1999, www.perinatalweb.org) gibt es folgende gesundheitsfördernden Wirkungen des Stillens für Mutter und Kind:
  1. Beispiele für die gesundheitsfördernden Wirkungen für das Kind
    1. Muttermilch ist ernährungsphysiologisch optimal. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheits­behörde WHO, dass Kinder mindestens 6 Monate voll gestillt werden.
    2. Muttermilch enthält Bestandteile, die ein optimales Wachstum und eine optimale Entwicklung ermöglichen. Dies gilt insbesondere für das Immunsystem und die Gehirnentwicklung.
    3. Stillen stärkt die Mutter-Kind Bindung und eine gesunde emotionale Entwicklung.
    4. Muttermilch enthält Bestandteile für den Schutz des Kindes vor einer breiten Palette von akuten Krankheiten. Dazu gehören Durchfallerkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, Infektionen der Ohren und bakterielle Infektionen (einschl. Sepsis, Meningitis, Infektionen des Harntrakts).
    5. Gestillte Kinder entwickeln seltener bestimmte chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und entzündliche Darmkrankheiten.
    6. Gestillte Kinder sind seltener von Allergien betroffen.
    7. Ausschließliches Stillen nach Bedarf kann Kinder vor dem plötzlichen Kindstod (SIDS) schützen.
    8. Muttermilch ist besonders wichtig für Frühgeborene oder solche mit geringem Geburtsgewicht.
  2. Beispiele für die gesundheitsfördernden Wirkungen für die Mutter
    1. Stillen fördert eine schnelle Rückbildung bei der Mutter und reduziert durch die verhütende Wirkung ihren Eisenverlust.
    2. Stillende Mütter kehren schneller zu ihrem ursprünglichen Gewicht zurück.
    3. Stillen kann ein wichtiger Faktor für die Verhütung sein (Eisprung erst nach 30-40 Wochen anstatt nach 6-7 Wochen)
    4. Stillen kann Frauen vor Krankheiten schützen, wie Krebs im Bereich der Brust, der Eierstöcke und der Gebärmutterschleimhaut (der Mamma, der Ovarien und des Endometriums), sowie vor Osteoporose und rheumatoider Arthritis.
    5. Stillen fördert die mütterliche Zuversicht und ihr Selbstvertrauen.
  3. Die langzeitlichen gesundheitsfördernden Wirkungen des Stillens werden am besten erreicht, wenn über den 6. Monat hinaus mindestens 12 Monate lang gestillt wird, während die Kinder eine angemessene zusätzliche Nahrung bekommen. Die WHO empfiehlt darüber hinaus, Kinder weiter zu stillen bis zum Erreichen des 2. Lebensjahres.